Gemeinsam Pflege und Politik
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Gemeinsam im Dialog
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... mit Politikern und Einrichtungen
 
 

AG JUNGE PFLEGE

REGION NORDOST

Unsere Projekte

 

Gesundheitspolitik

Am Mittwoch, 5. April, haben wir von der AG Junge Pflege im DBfK Nordost Dilek Kolat getroffen. Sie ist seit dem 8. Dezember 2016 in der neuen Berliner Regierung Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Da sie also noch ganz neu im Amt ist, wollten wir ihr für die  bevorstehende Legislaturperiode ein paar Anliegen mit auf den Weg geben. Außerdem wollten wir natürlich wissen, welche Schritte sie plant, um in Ihrer Amtszeit die Pflege zu stärken.

Entstanden war das Treffen aus einer fixen Idee heraus, als wir einen Jahresplan für die AG aufstellten und uns Themen und Aktionen für 2017 überlegten. Als dann tatsächlich die Zusage von Frau Kolat kam, waren wir doch etwas überrascht. Vor allem von dem Prozedere, das mit einem solchen Treffen zusammenhängt und das wir so noch nicht kannten. So brauchte die Senatorin beispielsweise unsere Fragen im Voraus, wollte eine Liste mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einen Lageplan mit Anfahrtsweg von der Geschäftsstelle.

Plötzlich wurde die Sache ernst. Doch wir haben uns gefreut und uns im Vorfeld des Treffens auf Themen geeinigt, die uns als Auszubildende, Studierende, junge und junggebliebene Pflegekräfte bewegt. Wir haben Statements und Fragen zu den Themen Arbeitsbedingungen, Pflegekammer und Reform der Pflegeberufe vorbereitet.

Als Frau Kolat dann erschien, herrschte in den ersten Minuten ein wenig Aufregung. Natürlich birgt es immer einige Risiken sich mit einer Politikerin zu treffen. Mit Gesprächen mit „der Jugend“ schmücken sich gerne alle möglichen Akteure. Dabei ist es oft leicht, die jungen Menschen aufgrund der mangelnden Erfahrung mit inhaltsarmen Phrasen abzuspeisen. Aus dem kritischen Nachfragen kann also schnell einer PR-Aktion der Politikerinnen und Politiker werden. Glücklicherweise fiel die leichte Aufregung vom Anfang schnell von uns allen ab, was sicherlich auch daran lag, das einigen diskussionsbedingt der Blutdruck anstieg und die Hemmungen fielen.

Aufklärung zum Thema Tarifsituation

Auffällig wurde im Gespräch immer wieder, dass Frau Kolat in der letzten Legislaturperiode für das Ressort Arbeit zuständig war. Das hat uns einige hinkende Vergleiche mit der Industrie beschert. Nachdem wir die Arbeitsbedingungen in der Pflege und der Ausbildung thematisiert haben, verwies Frau Kolat zunächst auf die Tarifautonomie. Doch der Abschluss eines Tarifvertrages gestaltet sich in der Pflege zumeist sehr schwer. Die Kirchen in Deutschland haben sich den sogenannten 3. Weg auf die Fahnen geschrieben, der den Abschluss eines Tarifvertrags durch Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände ausschließt. Frau Kolat war offensichtlich völlig neu, dass ein Großteil der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Pflege konfessionelle Träger haben. Bis heute besteht ja bei vielen Menschen das Bild der barmherzigen Klosterschwester. Tarifverträge sind da eine Zukunftsmusik, durch die ganze Generationen von Pflegenden verloren gehen könnten.

Deshalb haben wir politische Lösungen gefordert und aufgezeigt, welche Handlungsmöglichkeiten Politik hat. Besonders beim Thema Praxisanleitung und Qualität der Ausbildung konnten wir ihr ein paar Dinge mit auf den Weg geben. Als konkrete Idee wurde ein Zertifizierungssystem für Ausbildungsbetriebe von uns ins Spiel gebracht. Damit würde eine Möglichkeit für Auszubildende geschaffen werden, ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber anhand von Kriterien zu bewerten. Missstände würden so öffentlich gemacht und es würde ein Wettbewerb um die Auszubildenden entstehen. Das wäre ein erster Schritt, um die Bedingungen in der Pflegeausbildung zu verbessern.

 
 

Die Bundes Arbeitsgemeinschaft Junge Pflege verfasste einen offenen Brief an die Gesundheitssenatorin. (04/2017) 

 

top aktuell

 
 

Spannend war es auch, als Frau Kolat selbst eine gesetzliche Personalbemessung in Krankenhäusern ins Spiel brachte. Sie kündigte an, im Rahmen der Krankenhausfinanzierung und dem damit verbundenen Krankenhausplan des Landes Berlin auf die Personalbesetzung der Krankenhäuser einwirken zu wollen. Tatsächlich ist dies wahrscheinlich eine möglich Option um auf Länderebene die Personalsituation zu regulieren (1). Allerdings wäre dies wahrscheinlich mit gewaltigen Kosten verbunden, die ein Land alleine ohne Unterstützung der GKV und damit eines Bundesgesetzes nur schwer stemmen kann. Von daher bleiben wir gespannt und beobachten, ob dieser sportlichen Ankündigung tatsächlich Taten folgen.

 
 
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Des Weiteren hat Frau Kolat von uns gelernt, dass eine mögliche Pflegekammer, nicht mit einer Industrie- und Handelskammer vergleichbar ist. Zwar sagte sie, dass eine Pflegekammer auch in ihrem Ministerium kontrovers diskutiert werde, aber es stellte sich uns im Nachhinein die Frage, welche Argumente dort ausgetauscht werden. Denn es gab offensichtliche Wissenslücken bei dem Thema.

Auch was eine Ärztekammer alles tut und nicht tut, war unseren Gästen offensichtlich noch nicht ganz klar. Wir begaben uns also auf Grundlagenforschung und haben wieder einmal gemerkt, was sich auch in der Untersuchung der Alice Salomon Hochschule abgezeichnet hat: Je mehr die Menschen über die Pflegekammer Bescheid wissen, desto stärker ist die Zustimmung zu einer solchen Institution.

Zum Abschied betonte Frau Kolat, dass wir gerne im Austausch bleiben können und das Treffen somit als ein erstes von vielen verstanden werden solle. Selbstverständlich stehen wir von der AG unserer Gesundheitssenatorin gerne jeder Zeit mit unserem Sachverstand zur Verfügung.

Wir werden die Amtszeit kritisch begleiten und können vielleicht die eine oder andere Wissenslücke füllen. Mal schaue, womit uns unsere Gesundheitssenatorin noch so überrascht. Wir bleiben also gespannt und nehmen uns zu Herzen was Frau Kolat angeboten hat: die 10 Kriterien zu erarbeiten, anhand derer Auszubildende ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Rahmen eines Zertifizierungsprogramms bewerten können.

 
 

Literatur:


  • Armut.de (online) (2008): Definition von relativer Armut.
    In http://www.armut.de/definition-von-armut_relative-armut.php
    (letzter Zugriff: 12.7.16).

  • Deutsches Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (2006):  
    Das Konzept der Verwirklichungschancen (A. Sen) – Empirische Operationalisierung im
    Rahmen der Armuts- und Reichtumsmessung – Machbarkeitsstudie, S. 1-209.
    In: http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/
    machbarkeitsstudie-konzept-verwirklichungschancen.pdf (letzter Zugriff: 12.7.16).

  • [1] Das Nettoäquivalenzeinkommen beschreibt einen Wert, der sich aus dem Gesamteinkommen
    eines Haushalts und der Anzahl und dem Alter der von diesem Einkommen lebenden Personen ergibt.
    Eine Gewichtung der Einkommen werden mittels einer Äquivalenzskala nach Haushaltsgröße und
    -zusammensetzung vorgenommen (vgl. Destatis online 2016: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/
    LebensbedingungenArmutsgefaehrdung/Tabellen/Einkommensverteilung_SILC.html).

  •  [2] Wer sich weitergehend für das Konzept der Verwirklichungschancen interessiert, dem sei die
    Machbarkeitsstudie von Arndt et al. 2006 ans Herz gelegt. Hier werden zunächst theoretische
    Überlegungen angestellt, um Dimensionen zu entwickeln, welche die Verwirklichungschancen einer
    Gesellschaft messbar machen sollen. Abrufbar ist diese unter:
    http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/machbarkeitsstudie-konzept-verwirklichungschancen.pdf

  • [3] Layte, Richard, 2012: The Association Between Income Inequality and Mental Health: Testing Status Anxiety,
    Social Capital, and Neo-Materialist Explanations. European Sociological Review 28: S. 498-511.
    Ergebnisse sind zu finden ab Seite 507.

  •  [4] Wilkinson, Richard G., und Kate E. Pickett, 2009: Income Inequality and Social Dysfunction.
    Annual Review of Sociology 35: S. 493-511. Ergebnisse sind ab Seite 496 zu finden.

  •  [5] Relative Armut bedeutet eine mangelnde Versorgung mit (im-)materiellen Gütern im Vergleich zum
    Wohlstand der restlichen Gesellschaft. Das heißt nicht, dass Menschen nicht in der Lage sind, ihre
    Grundversorgung sicherzustellen, dennoch haben sie es deutlich schwerer, ein Leben nach ihren
    Vorstellungen und Wünschen zu führen (vgl. Armut.de 2008)

 
 
 

Was uns wichtig ist - hier sind wir aktiv!

Wir gestalteten die letzten Jahre auf unterschiedliche Weise. Die Möglichkeiten sich einzubringen "Laut zu werden" sind sehr vielseitig. In allen Projekten und Aktionen ist es uns wichtig, dass es um dich geht! Also primär um die Verbesserung und Sicherung von adäquaten Ausbildungsbedingungen und Rahmenbedingungen in der Pflege. 

Wir sind eine Arbeitsgruppe im DBfK e.V. (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe), im Regionalverband Nordost. Informationen über den DBfK findest du unter www.dbfk.de

Uns ist es wichtig, berufspolitisch aktiv zu sein. Dazu diskutieren wir bei regelmäßigen Treffen über aktuelle pflegerelevante Entwicklungen, wie die Errichtung einer Pflegekammer, die Generalisierung der Ausbildung oder die Pflegestärkungsgesetze. Außerdem besuchen wir interessante Veranstaltungen, über die wir hier berichten. Natürlich unterstützen wir auch den DBfK bei seinen Aktionen und initiieren eigene Projekte, wie ein Fotowettbewerb.

Einmal im Jahr veranstalten wir den Junge Pflege Kongress, bei dem wir Rednerinnen und Redner einladen, die über Themen referieren, die vor allem für SchülerInnen und Studierende interessant sind.  Außerdem soll es dem allgemeinen und fachlichen Austausch untereinander dienen. 

Um unser Wissen aus der Berufspolitik weiterzugeben und junge Pflegende zu informieren, veranstalten wir mit den Vertretern des DBfK Nordost Schulbesuche. Bei Interesse daran, meldet Euch einfach bei uns.


Im weiteren (Klapp-Menü) siehst du einige von unterstütze Veranstaltungen und natürlich unsere Projekte der AG Junge Pflege Nordost. 

Mike hinter unserem DBfK Stand
 

Schultütenaktion für den Ausbildungsstart (Oktober 2017)

Schultütenaktion der AG Jungen Pflege Nordost

 

Am Montagmorgen, dem 2. Oktober 2017 hat in Berlin für viele zukünftige Gesundheits- und Krankenpfleger/innen die Schule begonnen. Zur Begrüßung haben mehrere Mitglieder der AG Jungen Pflege Nordost an zwei Pflegeschulen selbstgemachte Schultüten verteilt. Seit langem engagiert sich die AG Junge Pflege für die Zukunft der Pflege, indem Sie sich auch für die Gesundheits- und Krankenpflegeschüler einsetzt. Die Aktion soll den zukünftigen Pflegern und Pflegerinnen zeigen, dass Die AG Junge Pflege Nordost für Sie ein Ansprechpartner ist bei Fragen und Problemen.

Wir wollen motivieren sich für diesen Beruf einzusetzen und zeigen, dass sie nicht nur abwarten können bis sich die Bedingungen in diesem Beruf verbessern. Wir arbeiten Berufspolitisch aktiv daran und werden die Zukunft der Pflege fördern. Bedingt durch den hohen Personalmangel im Gesundheitswesen ist dies ein überaus wichtiger Punkt. Die Schüler haben sich überaus gefreut über diese Begrüßung und waren äußerst neugierig. Sie hatten sehr viele Fragen. Die AG Junge Pflege Nordost stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Auch viele von höheren Studienjahren wurden auf die Aktion aufmerksam und fanden es eine sehr motivierende Aktion und, dass es die bereits früher hätte geben sollen.

Die Aussagen und Reaktionen auf die Aktion waren durchweg Positiv und bestärkten die AG Junge Pflege Nordost dabei, bei dem nächsten Ausbildungsstart wieder vor Ort zu sein!

Mike Hintze

Interesse geweckt? Dann melde dich doch einfach unter wentz@dbfk.de, wir kommen gerne auch zu deiner Schule!

Armutskongress (13. Juli 2016)

Am 7. und 8. Juli 2016 fand der Armutskongress unter dem Dach des Langenbeck-Virchow Hauses auf dem Gelände der Charité am Campus Berlin Mitte statt. Der Kongress stand der Öffentlichkeit sowie Personen aus Fachkreisen offen und schlug eine Brücke zwischen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops rund um das Thema Armut und deren Auswirkung auf das Individuum sowie die Gesellschaft.

Die Eröffnung fand durch die Journalistin und Autorin Hanna Gersmann, die an beiden Tagen für die Moderation der Veranstaltung verantwortlich war, statt. Als erster Gastredner trat der Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Rolf Rosenbrock auf und hielt ein mitreißendes Plädoyer für die Schaffung von Chancengleichheit. Dabei war sein Titel „Wenn du arm bist, musst du früher sterben“ durchaus provokativ gewählt. In seinem Vortrag nannte er verschiedene Determinanten von Gesundheit, wie etwa Alter, Geschlecht, Erbanlagen (biologische Determinanten) oder Verhaltensweisen als Teil des Lebensstils, soziale/kommunale Netzwerke (Milieus), (allgemeine) Lebens- und Arbeitsbedingungen oder auch kulturelle/physische Umweltbedingungen; dennoch überstrahle das Einkommen alles andere, so Rosenbrock. Daher stellte er bspw. heraus, dass Personen, die über ein Nettoäquivalenzeinkommen[1] von 0-60% unterhalb des Medians verfügen, im Durchschnitt 10,8 Jahre kürzer leben, als diejenigen, die über ein Einkommen darüber verfügen. Von diesem Problem seien am stärksten vor allem Erwerbslose und Migrant_innen betroffen. „Die gesunden Alternativen sind meist nicht die günstigsten“, so Rosenbrock. Dabei sei es egal, ob es sich um Wohnraum oder Lebensmittel handele.

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Chancengleichheit für alle?

Interventionsebenen, auf denen eingegriffen werden kann, um den Gesundheitszustand Einzelner zu verbessern, sind das Verhalten, die Lebenswelten oder die soziale Lage inklusive der Verwirklichungschancen[2]. Nicht mehr nur das Bruttoinlandsprodukt eines Landes soll als Maßstab dienen, um zu zeigen, wie ungleich/gleich eine Gesellschaft ist, sondern „die Möglichkeiten oder umfassenden Fähigkeiten („Capabilities“) von Menschen, ein Leben [zu] führen […], für das sie sich mit guten Gründen entscheiden konnten, und das die Grundlagen der Selbstachtung nicht in Frage stellt“ (Arndt et al. 2006: 6). Diesem Konzept der Verwirklichungschancen, welches sich auf Amartya Sen beruft, folgte auch die Bundesregierung in ihrem vierten Armuts- und Reichtumsbericht. Dabei werden diese Chancen grob in persönliche und kollektiv bedingte eingeteilt (vgl. ebd.: 7). Zu den individuellen Chancen etwa zählen die Ausstattung mit finanziellen und gesundheitlichen Gütern, aber auch der Grad der vorhandenen Bildung, dem Alter oder dem Geschlecht. Diese individuellen Chancen können durch eine Gesellschaft verringert, behoben oder aber verbessert werden (vgl. ebd.: 8). Kollektiv bedingte Chancen umfassen bspw. den Grad der politischen Freiheiten, die ökonomischen und sozialen Chancen oder auch Transparenzgarantien (vgl. ebd.: 9).

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Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Rosenbrock stellte in seinem Vortrag weiterhin heraus, dass mit steigender Ungleichheit eines Landes die soziale Mobilität ebenso wie das Vertrauen (z.B. in seine Mitmenschen) abnimmt[3], das Übergewicht und die Anzahl der Teenagerschwangerschaften, der Drogenkonsum und Ängste[4] in einer Gesellschaft zunehmen. Dies sind Prozesse, die gesamtgesellschaftliche Auswirkungen darstellen. Daher sollte das zu wählende Politik-Konzept ein solches sein, welches die absolute, aber auch die relative[5] Armut verringert bzw. verhindert. Ziel sollte „die Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen“ sein, so Rosenbrock. „Seid realistisch, fordert das Unmögliche“ (Che Guevara). In diesem Sinne fordert auch Rosenbrock eine „konkrete Utopie“ und spricht sich radikal für eine inklusive Gesellschaft aus.

Beitrag von Stefanie Szych

 
 

 
 

Literatur:

Armut.de (online) (2008): Definition von relativer Armut. In: http://www.armut.de/definition-von-armut_relative-armut.php (letzter Zugriff: 12.7.16).
Deutsches Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (2006):  Das Konzept der Verwirklichungschancen (A. Sen) – Empirische Operationalisierung im Rahmen der Armuts- und Reichtumsmessung – Machbarkeitsstudie, S. 1-209. In: http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/machbarkeitsstudie-konzept-verwirklichungschancen.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (letzter Zugriff: 12.7.16).
[1] Das Nettoäquivalenzeinkommen beschreibt einen Wert, der sich aus dem Gesamteinkommen eines Haushalts und der Anzahl und dem Alter der von diesem Einkommen lebenden Personen ergibt. Eine Gewichtung der Einkommen werden mittels einer Äquivalenzskala nach Haushaltsgröße und -zusammensetzung vorgenommen (vgl. Destatis online 2016: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/LebensbedingungenArmutsgefaehrdung/Tabellen/Einkommensverteilung_SILC.html).
[2] Wer sich weitergehend für das Konzept der Verwirklichungschancen interessiert, dem sei die Machbarkeitsstudie von Arndt et al. 2006 ans Herz gelegt. Hier werden zunächst theoretische Überlegungen angestellt, um Dimensionen zu entwickeln, welche die Verwirklichungschancen einer Gesellschaft messbar machen sollen. Abrufbar ist diese unter: http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/machbarkeitsstudie-konzept-verwirklichungschancen.pdf?__blob=publicationFile&v=2.
[3] Layte, Richard, 2012: The Association Between Income Inequality and Mental Health: Testing Status Anxiety, Social Capital, and Neo-Materialist Explanations. European Sociological Review 28: S. 498-511. Ergebnisse sind zu finden ab Seite 507.
[4] Wilkinson, Richard G., und Kate E. Pickett, 2009: Income Inequality and Social Dysfunction. Annual Review of Sociology 35: S. 493-511. Ergebnisse sind ab Seite 496 zu finden.
 

[5] Relative Armut bedeutet eine mangelnde Versorgung mit (im-)materiellen Gütern im Vergleich zum Wohlstand der restlichen Gesellschaft. Das heißt nicht, dass Menschen nicht in der Lage sind, ihre Grundversorgung sicherzustellen, dennocsh haben sie es deutlich schwerer, ein Leben nach ihren Vorstellungen und Wünschen zu führen (vgl. Armut.de 2008)

 




"Von Schülern für Schüler" BIZ Pflegekonferenz ( 16. September 2016)

Von Schülern für Schüler – erste Pflegekonferenz am Bildungszentrum für Pflegeberufe der DRK Schwesternschaft Berlin e.V. ein voller Erfolg

Am 24.08.2016 fand eine Pflegekonferenz am Bildungszentrum für Pflegeberufe der DRK Schwesternschaft Berlin e.V statt. Das Besondere daran war, dass die Idee dazu von Auszubildenden entwickelt wurde, die auch die gesamte Organisation und Umsetzung völlig selbstständig durchführten. Auch Mitglieder der Jungen Pflege Nordost wurden eingeladen und haben die Konferenz mit Vorträgen inhaltlich unterstützt.

Wie es dazu gekommen ist und welche Eindrücke gesammelt wurden, könnt ihr hier im Bericht von Lea Friedrich lesen:


„Meckern war gestern, Machen ist heute“

Ein Motto, das für uns zum Kernthema der Konferenz wurde. An unserer Schule werden Gesundheit- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und Operationstechnische Assistenten ausgebildet. Wir gehen gemeinsam ins Bildungszentrum, um uns gut auf das Berufsleben vorzubereiten. Bedenklich erscheint uns jedoch, dass sich sehr viele unserer Mitschüler nicht vorstellen können den Beruf nach dem Examen auszuüben. Als Gründe hierfür werden die mangelhafte Wertschätzung der Kollegen untereinander und mit Patienten, ethische Konflikte und maue Zukunftsaussichten genannt.

Foto - vom Event
 
 

Revolution oder Evolution?



Zu Beginn des Jahres herrschte eine aufgebrachte Stimmung unter den Schülern. Wir beschlossen nicht länger darauf zu warten, dass sich Politik oder Unternehmen für uns stark machen, sondern wir entschieden, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.  Ein Streik schien für uns der einzige Weg die Aufmerksamkeit des Unternehmens zu erlangen und uns Gehör zu verschaffen. Jedoch lenkten wir schnell ein und waren uns einig, dass eine Konfrontation zur Verhärtung der Fronten führen würde. So traten wir in den Dialog mit unserer Schulleiterin Daniela Köhler, unserer Oberin Doreen Fuhr und den beiden Geschäftsführern der DRK-Kliniken Berlin. Zu unserer Überraschung wurde der Plan, eine Pflegekonferenz von Schülern für Schüler zu organisieren, von Anfang an befürwortet.,

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Mit einem 20-köpfigen Orga-Team, bestehend aus Schülern verschiedener Semester und der 3 Ausbildungsberufe, begannen wir einen Tag zu planen, an dem wir uns mit Themen auseinandersetzen wollten, die für uns wichtig sind. Berufliches Engagement, praktische Lösungsvorschläge und konstruktive Ideensammlungen zur Verbesserung von Stationsabläufen, sowie Vorträge und Raum für Diskussionen über unsere Berufe, unseren Einsatz und über die Möglichkeiten der Weiterentwicklung.

Am 24. August versammelten sich ca. 180 Schüler und Gäste in unserem Bildungszentrum. Alle waren gespannt, bereit und voller Vorfreude auf den Tag. Am Ende der Einführungsveranstaltung entließen wir die Schüler mit dem Lied „Die Glückspiraten“, das vom gesamten Orga-Team vorgetragen wurde, in die Workshops und Vorträge. Schon in der ersten Pause trat ein wunderbarer Effekt ein: Die Schüler liefen lachend und sich angeregt über berufliche Themen austauschend durch das Bildungszentrum.

Let’s Talk!

Abschluss der Pflegekonferenz war eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Junge Menschen in der Pflege- gehen oder bleiben?“, zu der wir die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert als Vertreterin der Politik, unseren Geschäftsführer Dr. Friese, Stephan Heske, Pädagoge an unserem Bildungszentrum, und Ives Robel als Vertreter der Praxisanleiter einluden. Uns Schüler vertrat Alexander Warnke, der sich im 5. Semester befindet und der die Möglichkeit wahrnahm, kritisch zu fragen und unsere Belange sachlich-direkt vorzutragen.

„Das war nur ein Anfang und nicht das Ende…“

waren die Abschlussworte unseres Geschäftsführers bei der Abschlussrunde der Podiumsdiskussion. Wir nehmen die Herausforderung an und versuchen nun den „Spirit“ der Konferenz im ganzen Land zu verbreiten. Es geht voran und wir können Etwas schaffen!

 
 
Pflege ist super
 

Berliner Pflegekongress ( 14. November 2016)

Bericht vom 6. Berliner Pflegekongress 2016

Am 27. und 28. Oktober 2016 fand der 6. Berliner Pflegekongress im Berliner Roten Rathaus statt. Dieses Jahr wurde er wieder als Kooperation von Vivantes und der Charité durchgeführt und unter das Motto „Pflege in der Metropole – Vielfalt und Anspruch“ gestellt. Da ich an der Charité arbeite, konnte ich beide Tage als Fortbildung anmelden und sogar kostenlos teilnehmen.

Tag 1

Los ging es mit der Begrüßung durch Frau Leffler (Vivantes, Pflegedirektorin Region West) und Frau Heepe (Charité, Pflegedirektorin) und dem anschließenden Einführungsvortrag mit dem Thema: „Das Gegenteil der Vielfalt ist die Einfalt“.

Anschließend gab der scheidende Senator für Gesundheit und Soziales Mario Czaja einen Rückblick über die pflegepolitischen Entscheidungen der letzten Legislaturperiode (Befragung zur Pflegekammer, Abschaffung von Schulgeld). Bei der darauffolgenden Podiumsdiskussion zum Qualifikationsmix in der Pflege lag der Fokus ganz klar beim Krankenhaus. Es ist klar, dass Hilfs- und Fachkräfte benötigt werden. Durch die Wiederbelebung des Pflegehelferberufs ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung gegangen worden. Die zukünftige Aufgabe der akademisierten Pflegekräfte am Bett (z.B. Bachelor of Nursing) ist jedoch weiterhin weitestgehend ungeklärt.

Während der Pause wurden die Kollegen am DBfK-Stand besucht und fleißig Info-Material für die Kollegen auf Station besorgt. Danach teilten sich die Teilnehmer des Kongresses in verschiedene Foren auf. Hierbei entschied ich mich für das Thema „Umsetzung des Pflegeberufegesetzes“. Zunächst wurden nochmals die Inhalte des neuen Gesetzes vorgestellt, wobei auch die meisten Zweifel der im Saal anwesenden Personen ausgeräumt werden konnten. Anschließend wurde das System der Praxisanleitung an der Charité vorgestellt.  Besonders spannend ist, dass die Auszubildenden dort nach jedem Einsatz die Station mit einem Instrument bewerten können und die Bereiche auch eine Rückmeldung erhalten. Dies stärkt die Position der Auszubildenden deutlich.

Foto vom 6. Berliner Pflegekongress  am 27. und 28. Oktober 2016 fand imim Berliner Roten Rathaus
 
 

Danach übertrug der bekannte Dirigent Gernot Schulz wichtige Prinzipien der Musik und eines Orchesters unter dem Motto „Dirigieren und Führen“ auf die Pflege. Sein Vortrag endete stimmungsvoll mit einem Kanon des gesamten Saals zur bekannten Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ mit folgendem Text:

Vortrag beim 6. Berliner Pflegekongress
 
 

Den Abschluss des Tages bildete für mich das Forum „Rettungsstelle zwischen Notfall und Pflege“. Hier wurde zunächst die neue Weiterbildung „Notfallpflege“ vorgestellt, die zum einen sehr spannend klingt, andererseits aber auch wesentlich zur Professionalisierung der Pflege in den Rettungsstellen beitragen wird. Außerdem wurde das wichtigste Instrument der Notfallpflege - die Manchester-Triage - in Entstehung und Anwendung präsentiert. Wer diese kennt, wird Wartezeiten und Abläufe in einer Rettungsstelle viel besser verstehen.

Frontseite des Programmflyers zum 6. Pflegekongress in Berlin (2016)
Frontseite des Programmflyers zum 6. Pflegekongress in Berlin (2016)
 
 

Tag 2

Zu Beginn des zweiten Tages präsentiert Yvonne Falckner den Care-Slam als attraktive Möglichkeit, der Öffentlichkeit die Komplexität der Pflege näher zu bringen. Als Mischung zwischen Poetry Slam und Care Slam referieren dort Pflegende und auch „Prominente“ aus der Pflege über selbst gewählte Themen. Bei den anschließenden Foren entschied ich mich für das Thema Pflegedokumentation. Beeindruckend hierbei ist das System des Deutschen Herzzentrums Berlin. Hier wird die Patientenkurve und -akte komplett elektronisch geführt. Jedes Dokument auf Papier wird sofort eingescannt. Dabei ist das Design sehr benutzerfreundlich und bietet viele weitere Vorteile (Lesbarkeit, gleichzeitiger Zugriff etc.). Zustände von denen die meisten Pflegenden bis jetzt nur träumen können. Außerdem wurde das Instrument INPULS vorgestellt, mit dem an der Berliner Charité neuerdings das Personal für Intensivstationen bemessen wird. Dies klang bei der Vorstellung sehr einleuchtend und scheint ein echter Fortschritt zur Entspannung der Personalsituation nach dem neuen Tarifabschluss zu sein. Jetzt wird es nur endlich Zeit, geeignete Personalbemessungsinstrumente für Normalstationen und für den gesamten stationären Altenpflegebereich zu entwickeln.

 
 

Den Abschluss des Kongress bildete die Präsentation von kleinen Filmen, die Auszubildende des Deutschen Herzzentrums Berlin, der Charité Berlin und von Vivantes gedreht haben. Übergeordnetes Thema war: „Wir begegnen uns – und wie begegnen wir verschiedenen Kulturen und Generationen?“ Alle Beiträge waren in ihrer Idee und ihrer Ausführung sehr verschieden. Die Auszubildenden beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Thema Rassismus, der Beitrag von Vivantes behandelte die Multi-Kulti-Stadt Berlin und der Nachwuchs des Deutschen Herzzentrums Berlin zeigte typische Szenen aus dem Krankenhausalltag zwischen verschiedenen Generationen und Menschen verschiedener Kulturen.

 
 
2. Tag beim 6. Berliner Pflegetag - Junge Pflege war dabei
 

Leitfaden für dein Bewerbungsschreiben

Unsere Tipps für deine Bewerbung findest du in der Rubrik Berufstipps.

 
 
 
 

Durchgeatmet. Weiter geht’s!

Die Pflege verändert sich. Es könnte kaum mehr Themen geben, die Pflegende umtreiben sollten: generalistische  Pflegeausbildung, Errichtung von Pflegekammern, Praxisanleitung und Schulgeldfreiheit. 

Wir verstehen uns als Gruppe von Aktiven, die Informationen zu pflegepolitischen Themen sammelt, auf- und verbreitet. So wollen wir zur Aufklärung der Berufsgruppe beitragen, Diskussionen anregen und aufgreifen, um gemeinsam Positionen zu erarbeiten und eine gemeinsame Haltung  zu entwickeln.

Nachdem wir mit dem Junge Pflege Kongress eine der relevantesten Großveranstaltungen für den Pflegenachwuchs organisiert hatten, haben wir uns nun verstärkt der inhaltlichen Arbeit verschrieben.

Herausgekommen sind viele Artikel, die enormen Widerhall in den Sozialen Medien erlebt haben. Für die Verfolgung und Verbreitung unserer Beiträge bedanken wir uns sehr herzlich!

Wer meint, wir wären am Ende angelangt, sieht sich getäuscht. Wer genau hinsieht, erkennt: Wir holen Luft und starten durch! Um zu neuen Ideen und persönlich mehr zu uns zu finden, haben wir am 5. August 2016 unser Sommerfest gefeiert. 

Bei selbstgemachtem Essen und frischen Getränken haben wir uns in einem wunderschönen Biergarten getroffen, um zu selbstgemachten und frischen Ideen zu kommen.


Mit mehr als zehn Beteiligten war es ein wunderschöner und gemütlicher Nachmittag und ein ermutigendes und inspirierendes Treffen. Und tada, es sprudelt wieder! Und zwar so richtig. Außerdem konnten wir eine Vernetzung mit Auszubildenden des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) erreichen, die in den kommenden Monaten sicherlich spannende Wurzeln ausprägen wird. 

So lässt sich einiges von uns erwarten.

Wir freuen uns darauf und auf Euer Feedback, Eure Diskussion und Eure Hilfe!
So oder so kann man sich jetzt schon einstellen:

Die Junge Pflege verändert – unser neues Motto!

 
 

Veröffentlicht am 

 
 
 
AG Junge Pflege Nordost im Jahr 2016 (z.T. ausgetreten)
Gesellig
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