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LENKUNGSGRUPPE JUNGE PFLEGE

BUNDESVERBAND

Dienstag, 05.05.2020

Pflege verdient nicht nur Applaus

In Erinnerung an die britische Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, ist der 12. Mai der offizielle Tag der Pflegenden. Mit ihrem diesjährigen 200. Geburtstag wurde 2020 von der Weltgesundheitsorganisation(WHO) als das „Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen“ ausgerufen.

Der Beschluss fiel am 24. Mai 2019 bei der World Health Assembly. Zu diesem Zeitpunkt war nicht abzusehen, dass eine weltweite Pandemie durch ein Corona-Virus ausgelöst wird. SARS-CoV2 stellt die Profession der Pflege dieses Jahr noch stärker in den Vordergrund. Der vorherrschende Personalmangel im Gesundheitswesen wird nicht nur in den akuten Krisengebieten wie Italien, Spanien, Frankreich und den USA deutlich. Deutschland ist im weltweiten Vergleich mit einer sehr guten Zahl an Intensivbetten ausgestattet, doch fehlen die Kapazitäten, diese angemessen mit pflegerischem Personal zu versorgen.

Applaus an den Fenstern, Essenspenden an die Pflegenden und Einhaltung der politischen Beschränkung zur Verhinderung einer Überlastung des Gesundheitssystems verdeutlichen den gesellschaftlichen Respekt und die Wertschätzung, die dem Berufsfeld Pflege entgegengebracht wird. Ein Beruf der plötzlich von Politik und Bevölkerung als systemrelevant bezeichnet wird. Durch den Ausruf zum Internationalen Jahr der Pflegenden durch die WHO wurde versucht, darauf aufmerksam zu machen. Es war klar: „Diese beiden Gesundheitsberufe sind unschätzbar wertvoll für die Gesundheit der Bevölkerung. Ohne sie werden wir die Nachhaltigen Entwicklungsziele und eine universelle Gesundheitsversorgung nicht erreichen können. 2020 wird sich darauf fokussieren, die enormen Leistungen von Pflegefachpersonen und Hebammen hervorzuheben und sicherzustellen, dass wir den Mangel an diesen lebenswichtigen Berufen adressieren“ (WHO).

Die aktuelle Lage verdeutlicht die Relevanz dieser Berufsgruppen. Nicht erst eine Pandemie macht die professionelle Pflege systemrelevant. Nicht erste eine Pandemie verursacht einen Personalmangel im Gesundheitssystem. Nicht erst eine Pandemie verursacht eine unzureichende pflegerische Versorgung in Deutschland. Eine unzureichende pflegerische Versorgung und der vorherrschende Personalmangel waren bereits vor der Corona-Pandemie Herausforderungen, mit denen Pflegefachpersonen täglich umgehen mussten. Applaus reicht nicht – genauso wenig wie wertschätzende Worte von Politikern. Pflege braucht die Möglichkeit der Selbstverwaltung,der Professionalisierung, der Akademisierung und der damit verbundenenQualitätssteigerung.

Am 12. Mai 2020, dem Tag der Pflegenden, im Jahr der Pflegenden während einer für die gesamte Gesellschaft herausfordernden Pandemie, bei der professionell Pflegende eine zentrale Rolle spielen, können wir nicht mit Walk of Care in verschiedenen Städten auf uns aufmerksam machen und unseren Forderungen eine Stimme geben. Daher appellieren wir, die Lenkungsgruppe Junge Pflege des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, auf digitalem Weg an politische Entscheidungsträger.

Aufgrund der aktuellen Situation werden unsere Forderungen hoffentlich umso mehr erhört werden. Mit dem Hashtag #zukunftpflegen wollen wir verdeutlichen, dass wir die Zukunft der Pflege sind und diese maßgeblich mitgestalten wollen. Stellvertretend für alle jungen Pflegenden, Auszubildenden und Studierenden in der Pflege fordern wir somit:

Eine bedarfsgerechte Personalbemessung

Bedarfsgerechte Personalbemessung
 
 

Im europäischen Vergleich steht Deutschland beim Verhältnis Pflegefachperson zu versorgenden Personen schlecht da. In kaum einem anderen Land betreut eine Person die gleiche Anzahl an Pflegeempfängern. Eine wissenschaftlich fundierte
Personalbemessung sorgt für eine Sicherstellung der pflegerischen Qualität und schützt Pflegende wie auch Pflegebedürftige. Unter einer unzureichenden personellen Situation leidet die Versorgungsqualität. Die Mortalitätsrate
steigt, wie in Studien bewiesen, ebenfalls. In Deutschland benötigen wir ein
wissenschaftlich fundiertes Personalbemessungssystem, welches den tatsächlichen
pflegerischen Bedarf bemisst.

Eine Förderung der Akademisierung

Förderung der Akademisierung
 
 

Nach dem neuen Pflegeberufereformgesetz sind primärqualifizierende Studiengänge der Pflege gesetzlich verankert worden. Studierende erhalten jedoch während ihres Studiums keine finanzielle Vergütung, obwohl die Anzahl der
Praxisstunden gleich hoch ist, wie bei der voll vergüteten Ausbildung. Ein Nebenjob ist fast unmöglich, da die Praktika während der Vorlesungsfreien Zeit des Semesters stattfinden. Eine Förderung der Akademisierung kann nur mit einer
Steigerung der Attraktivität der Studiengänge ermöglicht werden. Diese Steigerung der Attraktivität muss sowohl finanzielle Anerkennung, aber vor allem weiterentwickelte Tätigkeiten umfassen. Das Wissen aus dem Studium muss nach Beendigung des Studiums in der Praxis anwendbar sein. Den Studierenden muss eine attraktive Perspektive für ihre berufliche Zukunft geboten werden.

 
 
 

Eine leistungsgerechte Vergütung

Leistungsgerechte Vergütung
 
 

Die momentane Situation zeigt die Relevanz des Pflegeberufes. Von hoher Bedeutung ist dabei nicht nur die Pflege in Krankenhäusern, sondern auch in Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen für Menschen
mit Behinderung. Die ungleiche Bezahlung mit Unterschieden von bis zu 1000€ bei gleichwertiger qualitativer Arbeit ist nicht nachvollziehbar und muss beseitigt werden. Die hohe Verantwortung und die Arbeit im Dreischichtsystem, sowie die
Arbeit am Wochenende und an Feiertagen muss gerecht und einheitlich vergütet werden.

Eine Etablierung von Pflegeforschung und Pflegewissenschaft

Etablierung von Pflegeforschung
 
 

Pflegeforschung und Pflegewissenschaft sind essentiell für die Weiterentwicklung des Pflegeberufes. Die alltäglichen Handlungen von Pflegenden beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und müssen regelmäßig evaluiert werden. Die
Profession Pflege ist in Deutschland noch eine junge Wissenschaft, die in der täglichen Versorgungspraxis etabliert werden muss. Mit Hilfe pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse und der Pflegeforschung kann qualitative Versorgung sichergestellt werden. Zur Etablierung von Veränderungen in der Versorgungsstruktur ist es notwendig, dass Experten aus der Pflegewissenschaft auch von den politischen Verantwortlichen in Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden. Ohne Pflegeforschung gibt es keine Zukunft für die Profession Pflege.

 
 
 

Eine qualitative Weiterentwicklung

Qualitative Weiterentwicklung
 
 

Die politischen Entscheidungsträger beziehen oft nur die Quantität in ihre Beschlüsse mit ein und vernachlässigen dabei die Qualität. Die Versorgungsqualität hängt nicht nur von der Anzahl der Pflegenden ab, sondern vor allem von der jeweiligen Qualifikation. Mit dem Einsatz hochschulisch qualifizierter Pflegefachpersonen sinkt die Sterblichkeit in Kliniken nachweislich. Ein ausgeglichener Skill- und Grade-Mix in den Versorgungsbereichen von beruflich Pflegenden hat positive Auswirkungen auf das Personal, die Pflegeempfänger und das gesamte Betriebsklima des jeweiligen Arbeitsbereiches und auf die Versorgungsqualität.

Ein Umdenken in der Gesundheitsversorgung

Umdenken in der Gesundheitsversorgung
 
 

School Health Nursing, Community Health Nursing und Family Health Nursing sind Tätigkeitsfelder Pflegender, die die Gesundheit der Gesellschaft nachhaltig fördern können. Im Fokus steht dabei nicht nur das Gesundwerden, sondern vor allem präventive Aspekte zum Gesundbleiben. Pflegende können den Problemen der Unterversorgung ländlicher Regionen durch angepasste Versorgungsstrukturen und der Verbreitung von Pandemien durch eine Erhöhung der Gesundheitskompetemz in der Bevölkerung frühzeitig entgegenwirken. Die unterschiedlichen Qualifikationen von Pflegefachpersonen müssen in den Alltag der gesamten Gesellschaft integriert werden. Pflegende übernehmen beim Thema Gesundheitsförderung eine zentrale Rolle.

 
 
 

Eine Selbstverwaltung

Selbstverwaltung
 
 

Als eigenständige Profession bedarf die Pflege auch einer Selbstverwaltung. Die aktuelle strukturelle Organisation Pflegender ist niedrig. Doch es ist wichtig, dass Pflegenden die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst zu vertreten. Nur das Einbeziehen Pflegender in die Berufspolitik und der entsprechenden Vertretungen kann zu einer zielführenden Weiterentwicklung des Berufs und damit zur Sicherung der pflegerischen Versorgung in Deutschland führen. Die Pflegekammer ermöglicht es Pflegenden, ihre Berufsordnung selbst zu definieren, Qualitätsanforderungen an Ausbildung und Studium festzulegen und Fortbildungen zu forcieren.

 

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